Geschwindigkeit und Konsequenz

Wie oft erkennt man, dass die Entwicklung nicht in die gewünschte Richtung läuft ? Ein neues Produkt, eine neue Tochtergesellschaft, eine neue Führungskraft lassen Zweifel aufkommen, ob die getroffene Entscheidung die beabsichtige Wirkung entfaltet.

Wie sehen die ersten Reaktionen aus ?
Option 1: Man wartet ab, ob sich die Situation nicht doch noch einrenkt, ob die Nachfrage anzieht, ob die neue Fürhugskraft nach anfänglichen Schwierigkeiten nicht doch noch Fuß fasst. Wie lange aber gibt man dafür Zeit ?

Option 2: Man führt eine gründliche Überprüfung durch. Stimmt das Markteinführungskonzept für das neue Produkt ? Hat man wirklich alle möglichen Stellhebel genutzt ? Man nimmt die neue Führungskraft zum 4-Augen-Gespräch zur Seite.

In beiden Fällen kommt der Unternehmer nicht umhin, seine eigene Entscheidung gegebenenfalls zu revidieren. Das fällt in der Regel schwer, weil man mit Engagement und einer hohen Überzeugung, das Richtige zu tun, seine Entscheidung getroffen hat. Was aber lehrt uns die Erfahrung: Fehlentwicklungen erst spät zu korrigieren kommt in der Regel deutlich teurer zu stehen als frühzeitig mit Konsequenz gegenzusteuern.

Die sich aktuell abzeichnende Abschwächung der Konjunktur wird viele Unternehmen in den kommenden Monaten wieder vor die kritische Situation stellen, entscheiden zu müssen, ob man jetzt schon gegensteurt oder noch zuwartet. Die Entstehungsgeschichte von Unternehmenskrisen zeigt uns, dass in sehr vielen Fällen zögerliches Gegensteuern ganz wesentlich zur Verschärfung der Situation beigetragen hat.

Ein Externer, so habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, kann helfen, die Dinge frühzeitig auf den Punkt zu bringen, weil er eben nicht in gleichem Maße an der Herbeiführung der Situation beteiligt war. Geschwindigkeit und Konsequenz kann auf diesem Weg mit wenig Aufwand spürbar gestärkt werden.